James Blunt // Once Upon A Mind

POP Auf der einen Seite war James Blunt als Soldat im Kosovo im Einsatz, andererseits ist er ein Sensibelchen. Seine gefühlvolle Ader lebt der Brite auf seinem Album ,Once Upon A Mind’ aus. Mit ihm kehrt der 45-Jährige wieder auf bekanntes Terrain zurück. Nach einem kommerziell nicht ganz so erfolgreichen Ausflug in elektronische Gefilde auf seiner letzten Platte ,The Aftermath’ macht er nun das, was seine Fans so lieben: eingängigen Pop. Ein paar Beats gibt es dennoch. Etwa bei „5 Miles“, das sich mutig auf den Dancefloor vorwagt. Dezente Country-Anleihen hübschen „Halfway“ auf. Mit der Single „Cold“, für die der Musiker zu seiner Gitarre greift, entschuldigt er sich bei seiner Frau dafür, dass er so oft unterwegs ist. Den Ohrwurm „I Told You“ schrieb er für seine beiden Söhne. Besonders zu Herzen geht die Pianoballade „Monsters“, die James Blunt seinem nierenkranken Vater gewidmet hat. Da legt er all seinen Schmerz in seinen Gesang: „Diese Nummer singe ich nicht bloß, ich fühle sie wirklich.“ Als er das erzählt, bricht ihm beim Interview in einem Berliner Hotel beinahe die Stimme. Also muss rasch ein Themenwechsel her. James Blunt war sowohl zur Hochzeit von Prinz Harry also auch zur Vermählung seiner Kollegin Ellie Goulding eingeladen. Hat er den Frischverheirateten ein Ständchen gebracht? Er grinst verschmitzt: „Ach was. Mich lässt man doch bloß bei Beerdigungen auftreten.“

 

James Blunt – Once Upon A Mind (Atlantic/Warner) LP 9029536677 / CD 9029536678 // ab 25.10.2019 im Handel