Michael Kiwanuka // Kiwanuka

SOUL Wie ein einsamer Wolf wirkt Michael Kiwanuka beim Interview in einem Konferenzraum seiner Berliner Plattenfirma nicht, im Gegenteil. Der Sänger redet wie ein Wasserfall, behauptet aber, von Natur aus eher introvertiert zu sein. „Ich bin gern allein“, insistiert er. Das inspirierte ihn zu dem recht dunklen Lied „Solid Ground“. Zweifelsohne dokumentiert auch sein drittes Album ,Kiwanuka’ wieder die Suche nach der eigenen Identität. Obwohl die Grundstimmung der Platte melancholisch ist, hadert der 32-Jährige nun weniger mit sich: „Mein Erfolg hat mein Selbstbewusstsein gestärkt.“ Das spiegelt seine Musik durchaus wider, sie gibt sich experimenteller. Mal umgarnen funkige Rhythmen den markanten Gesang, mal ein Gospelchor. Die entrückte Klavierballade „Piano Joint (This Kind of Love)“ kontrastiert mit dem treibenden „You Ain’t The Problem“. Gitarrenriffs veredeln das sphärische „Hard To Say Goodbye“. Bei „Final Days“ hat der Brite abseits des Soul experimentiert. „Zuerst war ich zögerlich, als mein Produzent Danger Mouse mich für diese Rhythmen zu begeistern versuchte, die sich an die Achtzigerjahre anlehnen“, gesteht er. „Doch dann reizte mich der Gedanke, einen Weltraum-Sound zu kreieren.“ Inhaltlich nimmt die Nummer Bezug auf den Klimawandel: „Ich denke, die Tage der Menschheit sind gezählt. Sie wird vielleicht noch 100 bis 150 Jahre auf der Erde existieren können.“

 

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