Christina Pluhar // La lyra d’Orfeo – Arpa davidica

OPER Der aus Süditalien stammende Frühbarockkomponist Luigi Rossi hat sich nicht so durchsetzen können wie sein Zeitgenosse Claudio Monteverdi. Heute ist sein Name nur wenigen ein Begriff. Dabei hat Rossi mit seiner Oper „Orfeo“ in Diensten des französischen Kardinals Jules Mazarin für das erste Opernwerk gesorgt, das in Frankreich je aufgeführt wurde.

Bekannt war er damals bereits durch die anlässlich des Todes des schwedischen Königs Gustav Adolf im 30-jährigen Krieg entstandene Kantate „Lamento della Regina di Svetia“. Die Lautenistin, Ensembleleiterin und Musikforscherin Christina Pluhar hatte es schon immer gereizt, die verborgenen Schätze wenig bekannter Rossi-Werke zu heben. Dafür forschte sie sogar in der französischen Nationalbibliothek und in der Bibliothek des Vatikans in Rom, wo Luigi Rossi 1653 starb. Pluhars dreiteiliges Album ‚Luigi Rossi – La Lyra d’Orfeo & Arpa Davidica‘ enthält die schönsten Werke der insgesamt 300 Kammerkantaten Rossis, darunter 21 Weltersteinspielungen. Pluhar gelang es außerdem, dafür eine Sängerelite mit den Sopranistinnen Véronique Gens, Céline Scheen und Giuseppina Bridelli und den Countertenören Philippe Jaroussky, Jakub Józef Orliński und Valer Sabadus zu gewinnen. Es seien „Kantaten von seltener Schönheit“, sagt Pluhar, „von überragender Erfindungskraft und harmonischem Reichtum sowie betörender Melodik.“

 

Pluhar/Jaroussky/Orlinski u. a. – La lyra d’Orfeo & Arpa davidica (Erato/Warner) 3CD 9029537230 // ab 15.11.2019 im Handel