Vilde Frang // Paganini – Schubert

KLASSIK Auf die Frage, wo vielleicht die auffälligsten Gemeinsamkeiten zweier so verschiedener Künstlerpersönlichkeiten wie Niccolò Paganini und Franz Schubert liegen könnten, dürfte selbst Musikwissenschaftlern die Antwort nicht leicht fallen. Die norwegische, für ihre inspirierten Konzepte bekannte Geigerin Vilde Frang ist überzeugt, dass der die Öffentlichkeit suchende Teufelsgeiger und der zurückhaltende Klangpoet beide dem Geheimnis der menschlichen Stimme verfallen waren. Paganinis melodischer Einfallsreichtum und erst recht seine Geigen-Variationen über Opernmelodien wie „Nel cor più non mi sento“ oder „Di tanti palpiti“, die Frang hier eingespielt hat, sind diesem Geheimnis ebenso verpflichtet wie Schuberts Lieder und Instrumentalwerke. „Ich habe einen Engel singen hören“, soll Schubert nach einem Paganini-Konzert mal notiert haben. Es singt auch die Geige, wie Frang hier demonstriert, im Schubert-Lied „Der Erlkönig“, das Heinrich Wilhelm Ernst in eine Grand Caprice verwandelt hat.

 

Vilde Frang – Paganini & Schubert (Warner) CD 9029541936 // ab 15.11.2019 im Handel