Leonard Cohen // Thanks For The Dance

SINGER/SONGWRITER ‚Thanks For The Dance‘ ist Cohens erstes posthumes Album. Dabei handelt es sich nicht etwa um Demos und Outtakes, die der kanadische Song-Poet im Verlauf seiner umfassenden Karriere angehäuft hat, sondern um Material, das 2016 kurz vor seinem Tod entstanden ist.

Wohl wissend, dass ihm die Zeit wegläuft, die Gesundheit nachlässt und er mit seiner Endlostournee der Nullerjahre viele neue Fans gewonnen hatte. Dieses Material, das knapp 29 Minuten dauert, hat sein Sohn Adam Cohen mit einer Reihe von Gästen zu Ende geführt. Darunter Flamenco-Gitarrist Javier Mas, Ex-Protegé Jennifer Warnes, aber auch Beck, Damien Rice, Daniel Lanois sowie Bryce Dessner (The National) und Richard Reed Parry (Arcade Fire). Sie alle haben Cohens lyrische Ergüsse so vertont, wie es sich der einflussreichste Songwriter der modernen Musikgeschichte gewünscht hätte. „Ich habe die Songs mehreren seiner Freunde vorgespielt, und alle meinten: ‚Es klingt, als würde er noch leben‘“, so Cohen Jr. Dabei fällt auf, dass Leonard bis ins hohe Alter mit der Liebe und dem Leben gehadert hat. Dass er seine Sanftheit mit Biss und hintergründigem Humor würzte, Trennungen nie ohne Vorwürfe vonstattengingen, er auch mal lyrisch gemordet hat („The Night Of Santiago“) und sich selbst nie zu ernst nahm: „I was always working steady, but I never called it art” (aus „Happens To The Heart”). Nur ein Großer macht sich selbst klein.

 

Leonard Cohen – Thanks For The Dance (Columbia/Sony) LP 19075978661 / CD 19075978662 // ab 22.11.2019 im Handel