Pabst // Deuce Ex Machina

ROCK Mit ‚Deuce Ex Machina‘ zeigt das Berliner Power-Trio Pabst einmal mehr, dass man sich bestens auf noisige Soundkonstrukte versteht. Auf seinem zweiten Album kredenzt es einen scharfen Fuzz-Cocktail aus Nineties-Grunge-Rock, abgerundet mit poppigen Refrains.

Mit klarer Kante von Moses Schneider und Magnus Wichmann produziert, sind die elf neuen, unter Live-Bedingungen aufgenommenen Songs noch treibender und zwingender, zum Durchatmen bleibt kaum Zeit. Tracks wie „Skyline“ stehen für die Rockmusik der Gegenwart. „Skyline“ ist eine Antigentrifizierungshymne, über die Sänger und Gitarrist Erik Heise sagt: „Es sollte ursprünglich ein Song über die Stadt werden, in der wir aufgewachsen sind. Inhaltlich wurde es schnell sehr negativ, das Bild der Stadt durch den Dreck gezogen; die Touristenfallen, die hohe Obdachlosigkeit, das allgemeine Gefühl, ständig unter Beobachtung zu stehen.“ Inhaltlich scheuen Pabst auch vor großen Themen nicht zurück, wenn sie in „Up The Heat“ den Weltuntergang herbei singen und in „Ibuprophen“ den unstillbaren Hunger nach abhängig machenden Medikamenten thematisieren. Immerhin frönen Pabst bei allen Untergangsvisionen dem aufrichtigen, wahrhaftigen Rock’n‘Roll.

 

Pabst – Deuce Ex Machina (Ketchup Tracks/The Orchard/Bertus) LP 195081069357 / CD 195081105666 // ab 19.6. im Handel